| Neben einer großen Anzahl einheimischer Bäume
von hohem Alter und bildschönem Wuchs, leben in dem fast fünf
Morgen großen Schlosspark eine Vielzahl seltener Arten aus aller
Welt.
Das hohe Alter einiger Bäume lässt darauf schließen,
dass der Stammheimer Schlosspark bereits weit über zweihundert
Jahre alt ist. Er wird erwähnt als wohlgepflegter großer
Park, mit seltenen alten Bäumen, der sich dem Gebäudekomplex
des Schlosses anschloss.
Die "Gartenanlagen bei dem Rittersitze Stammheim" wurden
durch den berühmten Königlichen Gartendirektor Maximilian
Friedrich Weyhe zwischen 1829 und 1831 mit dem Charakter eines "Englischen
Gartens" geplant und angelegt. Die ursprüngliche Lindenallee
wurde 1832 ebenfalls nach seinen Plänen angelegt.
Wie alte Rechnungen des Botanischen Gartens in Köln belegen,
war auch der erste Gartendirektor der Stadt Köln, Jakob Greiß
(1800-1854), ein Schüler von Weyhe beteiligt. Ebenso der Nachfolger
von Greiß in Köln, Anton Strauß und der Lenné-Schüler
und erste Gartendirektor der Kölner Flora Julius Niepraschk,
sowie der Düsseldorfer Kunstgärtner Gustav Böhm.
Schloss Stammheim wurde bereits im Jahr 1637 erwähnt. Ein
Blick auf die Historie zeigt, dass der Ort Stammheim vor 150 Jahren
eine kulturelle Hochburg war.
Theodor von Fürstenberg (1772-1828) erwarb am 30. Mai 1818
das Schloss Stammheim, das nach seinem Tode zum Hauptsitz seines
Familienzweiges wurde.
Sein Sohn Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim (1797-1859)
gehörte damals zu den größten Grundbesitzern in
den Rheinlanden und Westfalen. Obwohl politisch ebenso engagiert
wie versiert, war sein Leben jedoch in erster Linie bestimmt von
Kunstsinn und Mäzenatentum. Der Ort Stammheim wurde unter ihm
für einige Jahre ein Zentrum zeitgenössischen Kunst- und
Kulturlebens.
Fürstenberg war von Natur aus augenscheinlich ein offener
und menschenzugewandter Charakter und fühlte sich in hergebrachter
Manier auch dem öffentlichen Wohl seiner näheren Umgebung
verpflichtet.
Seine Silberhochzeit am 4. Oktober 1854, die in Anwesenheit des
Kölner Erzbischofs Johannes von Geissel gefeiert wurde, war
zugleich ein Volksfest.
Im Schlosspark zu Stammheim wurde ein großes Festzelt errichtet,
welches den Mitgliedern "aller Stände" Gelegenheit
zum mitfeiern gegen sollte.
Zum Bekanntenkreis Fürstenbergs zählten u.a. der künstlerisch
interessierte und begabte König Friedrich Wilhelm IV, sowie
August Wilhelm von Schlegel und Karl Friedrich Schinkel.
Architekten wie J. Bruere und Ernst Friedrich Zwirner sowie die
Künstler Ernst Deger, Andreas und Karl Müller, Franz Ittenbach
und Johannes Sprick arbeiteten für den Grafen.
Die Stadt Köln machte Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim
am 18. Dezember 1856 zu ihrem ersten Ehrenbürger.
Dessen Sohn, Exzellenz Graf Gisbert von Fürstenberg-Stammheim,
erbte 1901 den Besitz. 1928 verkauften die Grafen Schloss und Park
der Stadt Köln. Der Park aber sollte den Stammheimern dienen;
das wurde zur Bedingung gemacht.
Im Jahre 1944 wurde die gesamte Stammheimer Schlossanlage ein Opfer
des Bombenkrieges.
Der Schlosspark jedoch blieb den Stammheimer Bürgern bis heute
erhalten. Dies ist in erster Linie der Bayer AG in Leverkusen zu
verdanken.
Die Bayer AG erwarb 1952 das Gelände mit der Schlossruine
und dem in der Nachkriegszeit arg verwahrlosten Park und errichtete
nahe dem ehemaligen Standort des Schlosses ein Altenwohnheim, das
"Ulrich Haberland Haus".
Dabei übernahm Bayer vertraglich die Verpflichtung, den stark
verwilderten Park wieder instand zu setzen und auch weiterhin der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Park wurde professionell
neu gestaltet und erhielt über ein viertel Jahrhundert auch
eine sehr gute Pflege.
Die Stadt Köln übernahm 1983 wieder das Gelände.
Das Gebäude wurde seitdem als Studentenwohnheim genutzt. Der
Vertrag mit dem Studentenwerk wurde im September 2001 beendet.
Die Zukunft
Über eine weitere Verwendung des Gebäudes gibt es zurzeit
noch keine Informationen. Im Zuge der Planung „Wohnen am Strom“ der
Regionale2010
sind erste Entwürfe für eine Gestaltung und Nutzung
des Gebäudes entwickelt worden. Der Schlosspark bleibt jedoch,
was er immer war: Eines der schönsten öffentlichen Naherholungsgebiete
im rechtsrheinischen Raum. Eine Kooperation mit den schönsten
Parks am Rhein zwischen Königswinter und dem Neulandpark in Leverkusen
wurde unter dem Namen Rheinperlen ins Leben gerufen. Der Aufbau einer
rechtsrheinischen Parkachse von Deutz bis Leverkusen ist Vision und
Ansporn zugleich. Der Schlosspark wird auch hierdurch als Mekka für
Kunst und Skulpturen dauerhaft etabliert.
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