54 | Alle Sachen. 2005. Ton

Ein amorpher Klumpen organischer Masse, die in ihrer Form sich gerade erst zu definieren beginnt, lässt eine angedeutete Kopfform erahnen und ein frühes Stadium der Entwicklung unbestimmter Organe ersinnen. Wie im embryonalen Zustand wird aus einer Energiemasse, die potentiell alle Funktionen und feinmotorischen Möglichkeiten in sich birgt, ansatzweise ein Wesen geformt. Die Ausführung bleibt aus: Es ist schon alles angedeutet und noch alles möglich.

Beim Anblick kann der Gedanke aufkommen:
Am Ende wird doch alles wieder in den ursprünglichen Zustand der unbestimmten Form zurückgeführt, warum also die Mühe? Löcher perforieren ungefragt die Form, Auswüchse brechen abrupt ab, Risse und Unreinheiten bevölkern die raue Oberfläche. Es ist der Zustand zwischen Entstehen und Vergehen, eine existentielle
Normalität, einfach so, eben Leben. Die Figur füllt diesen Zustand des „einfach nur Leben“ mit Ruhe, Gelassenheit, einer inneren Kraft, die sich von der Einsicht nährt, dem Schicksal nicht entfliehen zu können. Der Blick dieses amorphen Wesens – wenn es denn ein Blick genannt werden kann - ist uneindeutig und erzeugt in uns Gefühle,
die mit unseren Lebenserfahrungen gefüllt werden (Verzweiflung, Zynismus, Genuss, Erotik...). In diesem Klumpen Ton ist alles angelegt.

 

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"" portait   Li Jie Tong
1960 in China geboren
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Biografie  
    Studium für Bühnenbild in China
  1996 auf Einladung Jörg Immendorff nach Düsseldorf Aufbaustudium Stuttgart Studium Angewandte Keramik, Stuttgart
     
  Ausstellungen (Auswahl): Galerie Königsblau (Stuttgart),
Institut für Steuerungstechnik (Stuttgart),
Galerie Gedok Stuttgart,
Deutsche Herold (Stuttgart)
 
Kontakt  
   
Li Jie Tong  
Hölderlin Str. 17  
70174 Stuttgart  
   
lijietong-atelier@web.de  

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