45 | Outer-circle. Juteschnur, Draht, weiße Fassadenfarbe Luftige, wabenartige Netzstrukturen, hell und freundlich, wippen vom Wind getragen leise vor sich hin. Ihre großflächige, weiße, organisch wirkende Verwebung erfindet ein neues Materialgefühl. Zwischen zwei Bäumen schwebend, einem Symbionten oder einem Kokon gleich, erstreckt sich leise ein durchlässiges, maschenreiches Gewebe, das aus einem unschätzbar langen Drahtseil, umwickelt mit Juteschnur erschaffen ist. In harmonischen Bewegungen verdreht, windet und spinnt sich das Seil zu einem derart großformatigen Netz, dass man sich beim Anblick der beeindruckend monumentalen Konstruktion in dieses hineindenken kann. In diesen Kokon hineinversetzt, erfühlen wir eine Situation der Verwandlung: Aus der Schnur ist eine traumhaft schöne organische Struktur geworden, in der die Raupe sich zum Schmetterling verwandeln kann! „Das komplette Sterben und das Wiederneu-Entstehen im Kokon fasziniert mich“, sagt Seiz-Kupferer: „Projiziert auf den Menschen hat das Loslassen und Wiederneu-Entstehen mit dem tiefgreifenden Prozess der menschlichen Reifung zu tun.“¹ Die Technik, die Seiz-Kupferer anwendet – Lemiskate genannt – orientiert sich an derjenigen der Raupe des Seidenspinners, die die Künstlerin selber züchtet. Sie legt ihre Fäden mit der steten Bewegung einer gegenläufigen Acht übereinander und erhält ein dichtes, stabiles Kunstwerk! Fühlen Sie sich hinein und werden Sie zum Schmetterling! ¹ Zitat aus Pressetext Galerie der Stadt Wendlingen am Neckar, März 2006
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