46 | Videoueberwachung. Beton

Ein brisantes Thema, nein, vielmehr zwei:

1. Wer, was darf und soll in unserer Gesellschaft mittels Videoüberwachung beobachtet werden? Inwieweit sind durch Videoüberwachungsapparate unsere Bürgerrechte gefährdet?

2. Wie garantiert ein Betreiber eines
öffentlichen Kunstraums die Sicherheit
seiner Exponate?

Die erste dieser beiden Fragestellungen kann hier sicher nicht beantwortet werden, thematisch angerissen wird sie aber sehr wohl: Nachdenken erwünscht! Die zweite kann nur mit der Genese des Ausstellungsprojektes und der Reaktion eines Künstlers, Joachim Schug, ‚beantwortet‘ werden
– wohl wissend, dass eine letztendliche Antwort nicht möglich ist / scheint.

Auf die Formulierung im Ausschreibungstext der KRR zu Rheinblicke-Einblicke 2006 reagierte der Künstler mit der Installation Diebstahl- und Vandalismussicher, in der ein mit Stacheldraht geschützter Gartenzwerg der Öffentlichkeit preisgegeben wird. Der Zwerg verschwindet trotzdem. 2007 betoniert Joachim Schug in die bestehende Installation einen Artgenossen des Zwergs ein. Die bange Frage lautet auch jetzt: Ist dieser Schutz ausreichend? Der Künstler rüstet auf:

Die neue Installation, bestehend aus drei Beobachtungshauben mit Sehschlitzen, soll einen Beobachtungsdruck provozieren, so dass das Zwergendasein fürderhin ungefährdet bleibt...

 

47 | Diebstahl- und Vandalismussicher. 2006. Eisengitter, Stacheldraht, Plexiglas, Keramik

Die KRR weist in ihrer Ausschreibung zur jeweiligen Ausstellung stets darauf hin, dass die Skulturen, Objekte und Installationen „standsicher und vandalismusbeständig sein“ müssen - Joachim Schug hat uns also beim Wort genommen...

Dem im öffentlichen Raum leider unvermeidbaren Vandalismus setzt der Künstler eine Installation aus preiswerten, austauschbaren Materialien entgegen, die aber durchaus wehrhaft (Stacheldraht) den kleinen Zwerg behüten.

Die Spezies Gartenzwerg, die sich im allgemeinen in privaten Gärten wohlfühlt, gehört im Naturraum zu den bedrohten Arten - die schützende Hülle ermöglicht ihm nun ein neues Terrain zu besiedeln. Dass diese Hülle notwendig ist, wirft aber auch die Frage auf, wie heute mit ‚Werten‘ umgegangen wird.

51 | Alles nur Betrug! Alles nur Beton.
2 Betonholwürfel, Rasen

 

 

Joachim Schug
geboren 1954 in Boppard

   
Biografie  
  1973 Studium Jura und Architektur
  seit 1978 Architekturgraphiken und Bühnendekoration
  1984 Diplom und Tätigkeit als Architekt
  seit 1988
bildnerische und plastische Gestaltung von Hallen
  seit 1986 lebt, malt und betreibt Gemäldeleasing in Köln
   
  Sonstiges Skulpturenpark Köln-Stammheim,
Halle 222 Köln, Ballhaus Düsseldorf,
Galeriegarten Remmert Reusrath,
Rudolf-Lodders-Preis, Jakob Eschweiler Stiftung
   
 
Kontakt  
   
Joachim Schug  
Eichstraße 45  
50733 Köln  
   
Tel. +49 221 557808  
www@joachim-schug.de
www.joachim-schug.de

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