8 | Blaue Blume. 2005. 130 Baumpfähle Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst
an der Quelle stand, und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Seit Novalis‘ Romanfragment gilt die Blaue Blume als Symbol der romantischen Poesie schlechthin - es sei die Aufgabe der Fantasie, die Welt umzugestalten und zu verändern, d.h. zu romantisieren - sowie als Symbol der Sehnsucht nach dem Unendlichen. Die „Blaue Blume“ von Ingrid Hornef erscheint nun nicht als schwellender Blütenkörper sondern als geradezu graphisches Konstrukt aus regelmäßig angeordneten, blau gefassten Baumpfählen. Die kalkulierte und reduzierte Form erweist so dem Produkt der menschlichen Fantasie seine Referenz. Romantisieren Sie selbst: Blume, Ornament oder Stern? In jedem Fall ein Hinweis auf das zur Darstellung gebrachte Unendliche.
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