25 | Transzendenz der Form. 2005. Draht

Was das Auge nicht gesehen, noch das Ohr gehört hat.
nach Balthasar Moretus, 1660

Filigran formt der Draht menschliche Figuren, die trotz ihrer Reduktion belebt und ‚wesenhaft‘ erscheinen. Sie bevölkern eine Lichtung, stehen einander bei und treten in stummen Dialog miteinander. Das Licht spielt mit ihnen: Mal treten sie glitzernd in der Sonne hervor, dann wiederum scheinen sie in ihrer Umgebung zu verschwinden.

Der Begriff der Transzendenz meint im allgemeinen Sinne die Bereiche des Denkens, die sowohl unsere Wahrnehmung als auch unser Vorstellungsvermögen überschreiten. In Bezug auf „Transzendenz der Form“ könnte dies heißen: körperhaft und doch durchscheinend, anwesend und doch unsichtbar. Das Rätselhafte bleibt.

 

Ursula Güdelhöfer
 

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