40 | Rahmensäule. 2004. Robinienholz, geschwärzt Eine „Rahmensäule“? Wie kann denn ein lotrechtes Bauglied eine Einfassung sein? In der Architektur kennt man zumindest eine Betsäule (Bildstock), bei dem - allerdings zu religiösen Zwecken - das säulenartige Aussehen mit einer Einfassung verbunden ist. Die „Rahmensäule“ von Heike Endemann lässt sich auf die Säulenform des Ursprungsmaterials Holz (= Baum) beziehen und umrahmt dabei gleichzeitig mit ihren hochsenkrechten Aussparungen die Natur. Der Bezug zur natürlichen Umgebung ist wichtig: Das Robinienholz stammt von einem Baum, der einer Autobahnauffahrterweiterung weichen musste. Die Künstlerin verleiht dem Holz ein zweites ‚Leben‘ und bindet es in der Formgebung wieder an seine Herkunft an. Dabei wirkt das Holz im Schaffensprozess durch seine individuelle Struktur an der Formfindung durchaus mit.
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