29 | Bau (m) stelle. 2004/05. Stahl, Lack Eine Grenzbetrachtung: Die kubische Konstruktion erinnert in ihrer Farbigkeit an
die typischen Absperrungen z.B. bei Baustellen. Hier dient sie nicht der Ausgrenzung
sondern der Raumdefinition, der Bewusstmachung. „Bau (m) stelle“
fungiert hier sozusagen als Wahrnehmungsapparat.
48 | Falle für Engel. 2006. Styropor, farbig gefasst Engel sind in vielen Religionen Wesen, die nicht der Schwerkraft gehorchen und dem Bereich Gottes angehören. Wenn man also Engel fangen möchte, sollte man nicht auf der Erde suchen, sondern in der Sphäre zwischen Erde und Himmel... In unserer Vorstellung sind Engel immateriell. Der Gedanke, Engel zu fangen, erscheint somit absurd. Andererseits besitzt der potenzielle Besitz eines Engels hohen Reiz - das künstlerische Objekt ver-wandelt sich zu einer Falle der eigenen Gedanken und Projektionen. Marie-Noele Dupuis schafft mit ihrer „Falle für Engel“ nicht nur ein ironisches Denk-Konstrukt (z.B. auch ‚gefallener Engel‘ versus ‚Falle für Engel‘), sondern verweist zudem auf strukturelle Gegen-satzpaare wie natürlich / künstlich oder offen / geschlossen. Das Objekt besetzt im Baum einen Raum, der vorher nicht definiert gewesen ist, der Raum verwandelt sich vom Umraum zur konkreten Form - eine Transformation.
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